Aminosäuren
Unser Nahrungseiweiß (= Protein) soll uns v. a. Aminosäuren liefern, die unser Körper zu körpereigenem Eiweiß umbaut.
Menschliches Eiweiß besteht aus 20 Aminosäuren. Essentielle Aminosäuren Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin
Semi-essentielle Aminosäuren Arginin, Histidin, Tyrosin, Cystin/Cystein
Nicht-essentielle Aminosäuren Alanin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Glykokoll (Glycin), Serin, Prolin, Hydroxyprolin Übersicht über Aminosäuren, ihre Amine und ihre jeweilige Bedeutung bzw. ihr Vorkommen:
Tyrosin Amine von Tyrosin: Tryptophan Nicotinsäure ist Vorstufe der 'Pyridinnukleotid-Coenzyme' - und damit z. B. wichtig für die Elektronenaufnahme und -abgabe. Amine von Tryptophan: Histidin Amin von Histidin: H1-Rezeptoren bewirken v. a. eine Kontraktion der 'glatten Muskulatur' und eine Adrenalinausschüttung; an sensiblen Nervenenden kann es zu Schmerzen und Juckreiz kommen.
H2-Rezeptoren stimulieren v. a. die Magensaftproduktion und wirken auf das Herz.
H3-Rezeptoren hemmen die Histaminfreisetzung.
H4-Rezeptoren wirken auf die Beweglichkeit von z. B. Lymphozyten*.
* Gehören zu den 'weißen Blutkörperchen'.
Cystein Amin von Cystein: Asparaginsäure Amin der Asparaginsäure:
Glutaminsäure Glutaminsäure ist die Vorstufe der Biosynthesen von: Glutaminsäure ist auch wichtig für die Bildung von Folsäure (Vitamin B9). Hier kommt es oft zu Mangelerscheinungen: Durch eine ungenügende Zufuhr, durch Fehlernährung oder einen Mangel an Vitamin B12 (Cobalamin).
Das 'Salz' der Glutaminsäure ist 'Glutamat'. Glutamat ist ein erregender Neurotransmitter und wirkt an mindestens 5 verschiedenen Rezeptortypen.
Glutamat ist v. a. beteiligt an der Weiterleitung von Sinneswahrnehmungen, an der 'Feinabstimmung' der Motorik und an sog. 'höheren Gehirnfunktionen' (Lernen, Gedächtnis).
Viele der 'Leitungsbahnen' werden über Glutamat 'vermittelt'. Es sind sog. 'Projektionsbahnen': Zum Hippocampus, zum Thalamus und zu den 'Basalganglien', d. h. den subkortikalen Kernen des motorischen Systems.
Als 'Natriummonoglutamat' wird Glutamat als Geschmacksverstärker in der Lebensmittelindustrie verwendet.
Threonin Abbauprodukt von Threonin: -> Der weitere Abbau der Propionsäure erfolgt über 'Methylmalonyl-CoA' (s. u.).
'Umbauprodukte' von Threonin: Amin von Threonin: Serin Sie wird v. a. benötigt zur Biosynthese von: * Sarkosin: Zwischenprodukt im Stoffwechsel von Cholin; Vorkommen: In den Mitochondrien (= 'Kraftwerken') der Leber- und Nierenzellen.
* Glycin: 'Hemmender' Neurotransmitter für die Kontrolle der Motorik im Rückenmark und im Hirnstamm.
* Myelin = 'Elektrische Isolierung' einer Nervenzelle. Der jeweilige Gehalt an Myelin ist auch bestimmend für die 'Nervenleitgeschwindigkeit'. Myelin bildet die sog. 'Myelinscheide', also die Umhüllung der Axone (= Nervenzellfortsätze) einer Nervenzelle.
Abbauprodukt von Serin: Pyruvat -> Die Glykolyse ist ein Stoffwechselvorgang zur Gewinnung von Energie.
'Umbauprodukt' von Serin: Lysin Amin von Lysin: Abbauprodukt von Lysin: * Acetoacetyl-Coenzym A: Ein Zwischenprodukt, das u. a. beim Abbau von Lysin und Tryptophan entsteht.
* Acetyl-Coenzym A: Aktivierte Form der Essigsäure. 'Acetyl-CoA' verbindet in unserem Stoffwechsel den 'Citratzyklus' (= 'Zitronensäurezyklus' für den Endabbau von Acetyl-CoA aus dem Abbau von Kohlenhydraten, Amino- und Fettsäuren und für die Bereitstellung von Zwischenprodukten aus dem Stoffwechsel) mit der 'Glykolyse' und dem 'Fettstoffwechsel'.
-> 'Coenzym A' ist die Wirkungsform der Pantothensäure (Vitamin B5).
Ornithin * Beim Abbau v. a. von Aminosäuren entsteht 'Ammoniak', ein Zellgift; dieses wird im Harnstoffzyklus sozusagen 'unschädlich' gemacht. Bei einer Störung in diesem Zyklus (z. B. durch einen angeborenen Enzymdefekt) kann es zu neurologischen Symptomen bis hin zur Enzephalopathie (-> siehe Glossar) kommen.
Amine von Ornithin: Arginin -> Siehe auch: Stickstoffmonoxid
Amin von Arginin:
Isoleucin, Leucin und Valin
Diese essentiellen Aminosäuren sind sog. 'verzweigtkettige' Aminosäuren. Bei einem angeborenen Enzymmangel können sie aber nur unvollständig verstoffwechselt werden, und es kommt zur sog. mit v. a. einer 'defekten' Myelinisierung' - also 'Umhüllung' - der Nervenzellen bzw. der Nervenzellfortsätze.
Symptome zeigen sich bereits im Neugeborenenalter:
Methylmalonsäure
Sie wird über das sog. 'Coenzym A' (Abk.: CoA) aktiviert.
Coenzym A ist - wie schon erwähnt - die 'Wirkform' der Pantothensäure (Vitamin B5). Dieses Vitamin findet sich besonders in Hefe, Eigelb, Vollkorn und Hülsenfrüchten.
Bei einem Mangel an diesem Vitamin können sich folgende Symptome zeigen: Methylmalonsäure ist ein Zwischenprodukt beim Abbau der Aminosäuren Methionin, Isoleucin und Valin und von weiteren ungeradzahligen Fettsäuren.
Bei einer Vitamin-B12-Mangelanämie (= 'perniziöse Anämie') ist die Methylmalonsäure im Urin erhöht.
Aminosäuren werden auch eingeteilt nach ihrem jeweiligen 'katabolischen Endprodukt' in: Aus 'glukoplastischen Aminosäuren' entsteht bei der sog. 'Glukoneogenese', also der Neusynthese von Glukose (= 'Traubenzucker') aus Nicht-Kohlenhydraten, Glukose. Die Synthese erfolgt (zu 90 %) in der Leber und in der Niere. V. a. unser Gehirn braucht ständig 'Zucker'!
Aus 'ketoplastischen Aminosäuren' entstehen sog. 'Ketonkörper'.
Einteilung Glukoplastische Aminosäuren Ketoplastische Aminosäuren Glykoplastische und ketoplastische Aminosäuren
"Eure Lebensmittel sollen Heilmittel und Eure Heilmittel Lebensmittel sein." Paracelsus
Quellen und zum Weiterlesen: Klinisches Wörterbuch 'Pschyrembel', 'Naturheilpraxis heute', Wikipedia, 'Handbuch der Orthomolekularen Medizin'
-> Siehe auch 'Essen & Co.: Aminosäuren'
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