Tagebuchnotizen

05/2019

 

 

Oder vielmehr eine Art Tagebuch.

Mit Gedankensplittern*. Und Lesens- und Nachdenkenswertem*.

Vor allem (natürlich) zum Thema Autismus, aber auch zu anderen Themen.

 

 

* Aktuelle ‚Gedankensplitter‘ oder auf Vergangenes oder auch bereits Geschriebenes bezogene. Und die verlinkten Beiträge haben meist auch etwas mit mir zu tun, was ich dann teilweise auch dazu vermerkt habe.

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02.05.2019 – 1.

 

Ohne Schreiben geht es nicht.

Nicht erst, seit ich Wolfgang Herrndorf’s Blog „Arbeit und Struktur“ (www.wolfgang-hernndorf.de) lese, wird mir dies mehr und mehr bewusst (… und er bzw. sein Blog hat mich letztlich auch darin bestärkt, weiterzuschreiben und auch seine Blog-Gestaltung etwas zu übernehmen).

 

Mein Schreiben ist inzwischen sowieso auch etwas geworden, an dem ich mich ‚festhalten‘ kann.

Und überhaupt: Wenn ich an meinem Computer sitze, geht es mir gut.

Vermutlich sind es einfach ‚good vibrations‘, die von ihm ausgehen.

Und dank ihm, also meinem Computer, (und dank Internet) weiß ich, dass es viele, viele wunderbare Menschen gibt da draußen.

 

 

02.05.2019 – 2.

 

Schlaflosigkeit I

Zurzeit lese ich (u. a.; i. d. R. sind es nämlich immer mehrere Bücher, die ich am liebsten sofort und alle gleichzeitig lesen möchte), das Buch „Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken“ von und über Daniel Paul Schreber*, da ich mich sehr für (insbesondere natürlich psychiatrische) ‚Zeitdokumente‘ interessiere. Bisher habe ich allerdings erst einen kleinen Teil des Buches gelesen (und ich weiß auch noch nicht, ob ich es ganz zu Ende lesen werde). Jedenfalls fällt auf, dass auch bei Daniel Paul Schreber - und somit auch damals schon - SCHLAFLOSIGKEIT ein großes Problem war.

 

Und auch interessant ist, welche Schlafmittel damals verabreicht wurden, nämlich:

 

  • Bromnatrium
  • Chloralhydrat -> verstärkt GABA -> Problem: Sensibilisierung des Herzmuskels gegen Catecholamine [Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin] - (lt. Wikipedia).
  • Sulfonal
  • Anylenhydrat (Sedatativum) -> wirkt ähnlich wie Ethanol (Ethylalkohol) -> moduliert den GABA-A-Rezeptor (lt. en.Wikipedia).

 

Daniel Paul Schreber (1842-1911)

„Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken“

Kulturverlag Kadmos Berlin

 

Infos zu Daniel Paul Schreber bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Paul_Schreber

https://en.wikipedia.org/wiki/Daniel_Paul_Schreber

 

 

02.05.2019 – 3.

 

Schlaflosigkeit II

 

„Ohne Schlaf werden wir … verrückt.“ (*, S. 102)

 

Dr. Strunz erklärt es in seinem ‚schlaf gut buch‘* so:

  • Stress -> führt zur Ausschüttung von Cortisol in großen Mengen
  • Cortisol -> gibt das Signal für immer mehr Produktion von Glutamat
  • GABA-Kurve -> knickt nach unten weg …

 

Und ein Mangel an GABA führt zu: 

  • Depression
  • Angstzuständen
  • (damit zu noch mehr) Stress
  • Schlafproblemen

 

Man ist also nicht zuerst „verrückt/krank“ und schläft deshalb nicht mehr, sondern man wird „verrückt/krank“, weil man nicht mehr schläft!

 

Auch wichtig, wie Dr. Strunz schreibt:  

Cofaktoren für die GABA-Synthese sind Vitamin B6, Zink, Kalzium und Magnesium. 

 

Und was man dazu auch wissen sollte:

 

  • „Guter Schlaf beginnt nicht im Gehirn, sondern im Darm.“
  • „An Vitamin-B6-Mangel leidet Schätzungen zufolge jeder zweite Deutsche.“
  • „Magnesiummangel ist noch stärker verbreitet als Vitamin-B6-Mangel – fast 80 Prozent der Frauen und 70 Prozent der Männer haben zu wenig davon.“
  • „Wer nicht schläft, tickt aus.“

 

Und wichtig:

  • Glutensensitivität kann die Aufnahme von Vitamin B6 behindern, als Folge tritt dann ein Mangel an GABA auf und in der Folge wiederum Schlafprobleme.“

 

Symptome bei Glutensensitivität, die Dr. Strunz nennt, sind:

  • Verdauungsprobleme
  • Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Müdigkeit

 

Und er schreibt:

  • „Nicht verwechseln: Eine Glutensensitivität ist keine Glutenunverträglichkeit.“

 

Ich hoffe doch, dass diese wenigen Ausführungen zum Thema GABA und Schlaf ausreichen, um nachvollziehen zu können, warum Neuroleptika meiner Meinung nach (leider auch) zu den ganz großen Irrtümern der Medizingeschichte gehören.

 

Siehe dazu auch den Eintrag 23.05.2019 und:

Diskussionsseite – Epileptoide Krankheiten, Migrälepsie, [Zuschreibungen]

Dopamin & Co. – Ein Anfang, Die Stressreaktion, Dopaminhypothese

Fragen, Fragen, Fragen – Galaktose/Fruktose/Glutathion/GABA

Glossar - GABA

Zum Nachdenken – Mykotoxine (Ergotalkaloide), KH-Malabsorption

Blogbuchgedanken –

Insulinschocktherapie, Linkshändigkeit, Psychiatrie, Schlafparalyse, Testosteron /Zolpidem (GABA)

Etc.

 

Und zum Thema GABA auch hier noch einmal der Text von Paul Whiteley:

(22.07.2012) GABA Dabba Doo

https://questioning-answers.blogspot.com/2012/07/gaba-autism-neurotransmitter.html

 

* Dr. med. Ulrich Strunz: das schlaf gut buch; Heyne 2018; S. 75ff. Und ich hoffe sehr, dass ich auch hier keine Copyright-Rechte verletze.

 

 

 

03.05.2019

 

Als ich diesen Artikel hier gerade las …

 

Quantifying and exploring camouflaging in men and women with autism

https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/1362361316671012?platform=hootsuite#_i17

 

… fiel mir wieder ein, was mich bei #EllaSchön fasziniert hat und was ich gerne von ihr übernehmen würde, nämlich auch so wie sie jeweils das aussprechen, erklären zu können, wie ich die jeweilige Situation wahrnehme, welche Schlüsse ich daraus ziehe etc.

Etwas, was mir bisher nicht möglich ist, weil ich oft in eine Sprachlosigkeit gerate, nicht reden kann, mich manchmal aber auch schlicht nicht getraue, das, was ich wahrnehme, mitzuteilen.

 

[2018: Ella Schön (Fernsehfilm mit Annette Frier in der Hauptrolle als Asperger-Autistin); bisher 2 Folgen]

 

 

 

06.05.2019 – 1.

 

In Zusammenhängen denken – etwas, was dringend nötig ist, wie es auch heute wieder deutlich wird, z. B. anhand dieser Beiträge:

 

Early life experiences may shift severity of autism

https://www.spectrumnews.org/news/early-life-experiences-may-shift-severity-autism/

 

Service-Users see Long-Term Antipsychotic Use as Compromising Recovery, Review finds

https://www.madinamerica.com/2019/05/service-users-see-long-term-antipsychotic-use-compromising-recovery-review-finds/

 

The Empty Promise of Suicide Prevention

https://www.madinamerica.com/2019/05/empty-promise-suicide-prevention/

 

 

06.05.2019 – 2.

 

In einem Alzheimer-Beitrag heute (den ich mir allerdings leider nicht gemerkt habe), hieß es, dass Spermidin als ‚Aufräumer von Zellschrott‘ fungiert.

 

Zur Erinnerung:

Spermidin ist die Vorstufe von Spermin, und Spermin ist ein Polyamin, das in allen Geweben enthalten ist. [Pschyrembel]

 

Spermin, Spermidin und Putrescin sind ‚biogene Amine‘ der Aminosäure Ornithin.

  • Ornithin entsteht im Harnstoffzyklus aus der (essentiellen) Aminosäure Arginin.
  • Decarboxylierung von Ornithin ergibt Putrescin. [Co-Faktor bei Decarboxylierung ist Pyridoxalphosphat (Vitamin B6)].
  • Putrescin ist biosynthetische Vorstufe von Spermin. [Vorkommen von Putrescin: bei Eiweißfäulnis* und als biosynthetische Vorstufe von Spermin].

- Siehe dazu auch den Eintrag 02.05.2019 -

 

* Zur Erinnerung: Als Eiweißfäulnis wird der Proteinabbau der nicht resorbierten und resorbierbaren Proteine und Peptide durch im Dickdarm angesiedelte sog. Fäulnisbakterien bezeichnet. Durch Decarboxylierung von Aminosäuren entstehen biogene Amine. –

 

Beim Abbau von Tryptophan* z. B. entsteht Indol.

  • Indol ist Grundgerüst z. B. in Reserpin –> Reserpin senkt den Blutdruck durch Entspeicherung der Vesikel für Noradrenalin* (in noradrenergen Neuronen).

 

Durch reduktive Desaminierung (= Abspaltung von Ammoiak [NH3] aus Aminen) entstehen Fettsäuren und Ammoniak.

[Psychrembel]

 

* Tryptophan gehört – neben Tyrosin und Phenylalanin - zu den ‚aromatischen Aminosäuren‘.

 

Siehe dazu auch:

Glossar – Biotransformation, GABA (biogene Amine)

Zum Nachdenken - Eiweißabbau (und Eiweißfäulnis), Hyperammonämie, Mykotoxine  

 

Bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Spermidin

https://en.wikipedia.org/wiki/Spermidine

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Indol

Daraus: „… dass Indol Grundbestandteil vieler wichtiger Naturstoffe wie Alkaloide (zum Beispiel Strychnin und Auxin) und der Aminosäure Tryptophan und von ihr abgeleiteter Neurotransmitter (Serotonin, Melatonin) ist. Es bleibt ein aktiver Bereich der Forschung bis heute.“

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Indole

Etc.

 

 

 

07.05.2019

 

#Leseliste – via Paul Whiteley …

 

(1) Mapping the Autistic Advantage from the Accounts of Adults Diagnosed with Autism: A Qualitative Study

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31058260

How will these findings help autistic adults now or in the future?: It could be useful to think about autism in a way that does not focus on deficits and this study will help us to do that. … “

 

… und, auch interessant:

(2) Attention deficit and hyperactivity disorder symptoms respond to gluten-free diet in patients with coeliac disease

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31050907

 

Ich lese gerade auch – passend dazu - das Buch:

Paul Whiteley, Mark Earnden, Elouise Robinson

Autism: Exploring the Benefits of a Gluten- and Casein-Free Diet” (2014)

Hochinteressant. Und mit vielen leckeren Rezepten versehen!

Siehe auch den Eintrag 02.05.2019 und:

Blogbuchgedanken - Linkshändigkeit

 

 

 

08.05.2019

 

Auch heute wieder sehr nachdenkenswerte Beiträge auf der Internetseite:

www.madinamerica.com

 

Diese Internetseite möchte ich sowieso jedem Psychiater, Psychotherapeuten, Psychologen, allen am Thema ‚geistige Gesundheit‘ Interessierten wärmstens empfehlen – oder besser eigentlich: zur ‚Pflichtlektüre‘ erklären! Bitte lesen, nachdenken, umdenken, entsprechend handeln …

 

Zwei Beiträge, die ich heute gelesen habe zu einem auch mir sehr am Herzen liegenden Thema, nämlich dem, dass Psychopharmaka nicht heilen und auch nicht zeigen (oder vielmehr ‚lehren‘), wie Leben gelingen kann.

 

Die zwei Beiträge sind:

Fighting for the Meaning of Madness: An Interview with Dr. John Read (May 8, 2019)

https://www.madinamerica.com/2019/05/an-interview-with-dr-john-read/

 

The Answers in the Attic: A Mother-Daughter-Story of Overmediaction and Recovery (May 7, 2019)

https://www.madinamerica.com/2019/05/mother-daughter-overmedication-recovery/

 

 

 

 

09.05.2019

 

Zum Nachhören, auch sehr aktuell …  

Politisches Feuilleton: Klimawandel

Die Älteren sollten ihre Schuld eingestehen

Deutschlandfunk Kultur – 3:54 Min.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/klimawandel-die-aelteren-sollten-ihre-schuld-eingestehen.1005.de.html?dram:article_id=448252

 

Ja. Und Ältere sollten doch sowieso mit ihrem Wissen und ihrer Lebenserfahrung dafür Sorge tragen, dass es Jüngeren gut geht, dass Missstände beseitigt werden und Fehler, die als solche erkannt wurden, nicht weiterhin gemacht werden …

 

 

 

12.05.2019 1.

 

Mad In America …

Reflections on 25.000 Hours of Being With People in Extreme States

https://www.madinamerica.com/2019/05/reflections-25000-hours-people-extreme-states/

 

Extreme States. - Ich nenne es ‚Ausnahmesituation‘. Und eine solche sollte es doch auch bleiben, mit entsprechender verständnisvoller Hilfe - und nicht zu einer lebenslang anhaftenden psychiatrischen Diagnose werden!

Danke für diesen Beitrag und auch für jeden Beitrag, der dabei hilft, überaltete Ansichten (und daraus abgeleitete Diagnosen und ‚Therapien‘ …) zu überwinden.

 

 

12.05.2019 – 2.

 

Aus www.wolfgang-herrndorf.de – Zweiunddreißig, 03.10.2012 21.55 – er schreibt hier:

„Sehr epileptischer Tag. Jedes Geräusch hallt als Wort und Brei aus Silben wider in meinem Hirn …“

Und in Dreiunddreißig, 29.10.2012 15:35 ist vermerkt:

„Meine Gedanken werden zunehmend laut in mir, in allen Geräuschen schwimmen Silben und Sätze … zwischen innerer Stimme und Epilepsie ist kaum noch ein Unterschied.“

 

Er nennt es Epilepsie, was er hier erlebt nach diversen Gehirn-OPs und Bestrahlungen.

Und ich frage mich, ob nicht auch das „Stimmen hören“, wie es ja teilweise bei sog. Schizophrenie vorkommt, auch in diese Richtung zu interpretieren, zu erklären sein könnte …

Und ich frage mich natürlich auch, wie man diese Angst, die durch einen Gehirntumor, also etwas, das im Gehirn wächst und von dem man nicht weiß, ob es jemals aufhören wird, aushalten kann …

 

Siehe dazu auch:

Angst

Fragen, Fragen, Fragen – Epilepsie, Hirnlokale Syndrome

Blogbuchgedanken – Psychiatrie /Hemiplegie und Epilepsie

 

[… ich hoffe natürlich sehr, dass ich auch hier mit diesen Zitaten keine Copyright-Rechte verletze.]

 

 

 

13.05.2019

 

Bitte lesen - zwei Beiträge aus Mad In America:

 

1. Stop Shocking and Torturing Women – My Sisters

Ein sehr berührender Beitrag von jemand, der selbst eine unmenschliche Psychiatrie erlebt hat (als Überlebender der Insulinschocktherapie!), und der sich dafür einsetzt, dass niemand mehr (und insbesondere nicht Frauen) mit Elektroschocks ‚behandelt‘ und damit ihrer Persönlichkeit und ihrer Erinnerungen beraubt werden.

https://www.madinamerica.com/2019/05/stop-shocking-torturing-women/

 

Siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken – Insulinschocktherapie

 

 

2. De-Othering „Schizophrenia“ by Placing it in Socio-Historical Context

Ein Projekt mit dem Ziel, Schizophrenie neu zu denken und zu verstehen.

https://www.madinamerica.com/2019/05/de-othering-schizophrenia-placing-socio-historical-context/

 

Siehe auch den Eintrag 24.05.2019 und:  

Diskussionsseite

Blogbuchgedanken – Psychiatrie, Schizophrenie etc.

 

 

 

14.05.2019

 

Bei Wikipedia nach ‚Adie-Syndrom‘ gesucht, weil ich dazu etwas gelesen habe, und dabei auch auf das ‚Ross-Syndrom‘ gestoßen. Hochinteressant:

 

Das Adie-Syndrom entsteht aufgrund einer Funktionsstörung im Ganglion ciliare und zeigt sich zunächst durch eine einseitige Störung der Pupillenmotorik mit träger oder fehlender Akkomodations- und Lichtreaktion* (Pupillotonie) und fehlenden oder abgeschwächten Muskeleigenreflexen (zunächst distal an den Beinen).

 

Beim Ross-Syndrom kommt es außerdem auch zu segmentaler verminderter oder fehlender Schweißsekretion (Hypo- oder Anhidrose) und zu Kollapsneigung. 

 

Siehe dazu auch:

[Wahrnehmung – Gleichgewicht]

Wunderwerk Gehirn – Cornea (und Ganglion ciliare)

Glossar – Hautschichten (Schweißdrüsen)

Zum Nachdenken – [Cochlea und cochleäre Neurotransmitter],

Blogbuchgedanken – Schlafparalyse (Augenmuskeln, Ganglion ciliare etc.)

Wikipedia

 

* Viele Autisten/Menschen mit Autismus sind sehr lichtempfindlich (auch ich).

Siehe dazu auch: Zum Nachdenken – Kontrastwahrnehmung; Blogbuchgedanken – CVI

 

 

 

15.05.2019

 

#Lesetipp – Mad In America …

„… To inverse a famous title of a book by Paul Watzlawick, the situation is serious but not hopeless.”

 

Mad Science, Psychiatric Coercion and the Therapeutic State: An Interview with Dr. David Cohen

https://www.madinamerica.com/2019/05/mad-science-psychiatric-coercion-therapeutic-state-interview-dr-david-cohen/

 

 

 

17.05.2019 – 1.

 

#Lesetipp - via Paul Whiteley …

Heilung‘ durch Vitamin B12: Demenz, psychotische Symptome, Epilepsie.

Auch in diesem Beitrag wird deutlich, warum wir eine ganzheitlich betrachtende Psychiatrie brauchen. Dringend. Eine reine ‘Verhaltensbeobachtung’ hilft nicht wirklich …

Man kann es nicht oft genug sagen …

Siehe auch:

Zum Nachdenken – Vitamin B12

Blogbuchgedanken – Risperdal & Co.

 

Reversible dementia, psychotic symptoms and epilepsy in a patient with vitamin B12 deficiency

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31092496

 

 

17.05.2019 – 2.

 

#Lesetipp – Spectrumnews.org …

Auch für mich ein großes Problem: Menschen sind auch für mich ‚unberechenbar‘. - Ich weiß nicht, ob ich Menschen intuitiv richtig erfassen kann oder nicht, deshalb muss ich mir Menschen ‚logisch‘ erschließen, und Menschen verhalten sich oft einfach nicht ‚logisch‘ (also nach meiner ‚Logik‘ …), und deshalb habe ich irgendwann für mich entschieden, dass ich mich am Gesprochenen orientiere, wenn (für mich) Worte und Mimik meines Gegenübers nicht ‚übereinstimmen‘.

 

“They find it hard to process social cues and communication in time to generate an appropriate response because their internal models of how people behave are not well formed.

In this way, predictive coding could account for the social, sensory and other difficulties of autism.”

 

The predictive coding theory of autism, explained

https://www.spectrumnews.org/news/predictive-coding-theory-autism-explained/

 

 

 

18.05.2019

 

#Lesetipp – Mad In America …

„I have become somewhat cynical and skeptical, …”

[Ich bin so was von zynisch und skeptisch geworden …]

Verständlicherweise …

 

My Son and the “Mental Health” System

https://www.madinamerica.com/2019/05/my-son-mental-health-system/

 

 

 

19.05.2019

 

Danke für diesen #Buchtipp:

Stanley Rosenberg –

„Der Selbstheilungsnerv.

So bringt der Vagus-Nerv Psyche und Körper ins Gleichgewicht.“  

 

Hochinteressant und hilfreich!

Siehe dazu auch:

Hirnnerven

Nervensystem

Glossar – Plexus (und Sympathikus, Parasympathikus, enterisches Darmwandnervensystem)

 

 

 

20.05.2019 – 1.

 

#Lesetipp – Mad In America …

Offener Dialog heißt:

Seelische Probleme verstehen.

Und vor allem gehört dazu,  psychotisches Erleben als Ausdruck von Verzweiflung/Leiden und Trauma zu verstehen/zu erkennen, welches noch nicht in Worte gefasst werden und dessen Bedeutung noch nicht benannt werden kann (ja, genau so sehe ich es auch).

Und: Man braucht bei dieser Art der Hilfe keine ‚Diagnose-Etiketten‘.

 

„Working dialogically understands mental health difficulties, and particularly psychotic experiences, as expressions of distress and trauma that haven’t yet found words and meaning. … it avoids labels.”

 

Third Time Lucky: Open Dialogue and Finding Meaning in My Inherited Trauma

https://www.madinamerica.com/2019/05/open-dialogue-finding-meaning-inherited-trauma/

 

Infos zum “Offenen Dialog” bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Offener_Dialog [Open Dialogue]

 

 

20.05.2019 – 2.

 

#Lesetipp – via Paul Whiteley …

Da sowohl bei HFA (high functioning autism) und bei der schizotypischen Persönlichkeitsstörung die soziale Kognition beeinträchtigt ist und auch Defizite im zwischenmenschlichen Bereich vorhanden sind, kann es leicht zu Verwechslungen und damit zu Fehldiagnosen kommen:

 

“The similarities between high functioning autism (HFA) and schizotypal-schizoid personality disorder (SSPD) in terms of social cognition and interpersonal deficits may lead to confusion in symptom interpretation, and consequently result in misdiagnosis.”

 

Theory of Mind (ToM) Performance in High Functioning Autism (HFA) and Schizotypal-Schizoid Personality Disorders (SSPD) Patients

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31104261

 

Siehe dazu auch:

Zum Nachdenken – Theory of Mind

Was uns hilft

Was uns nicht hilft

 

 

 

22.05.2019 - 1.

 

Paul Whiteley …

Warum es wichtig ist, auch bei Autismus zu prüfen, wie Seheindrücke verarbeitet werden:

 “… I'm more convinced than ever about the value of looking at vision processing for some cases of autism and other conditions too.”

The eyes have it for autism?

https://questioning-answers.blogspot.com/2012/12/the-eyes-have-it-for-autism.html

 

Siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken – CVI

 

22.05.2019 – 2.

 

#Lesetipp - via Thinking Person’s Guide to Autism …

Warum es wichtig ist, nach den Ursachen zu forschen.  

Weil nämlich nur dann auch wirkliche Hilfe möglich ist.

 

„… we need to examine what is causing the behavior.”

Why We Misunderstand Traumatized Children

https://monadelahooke.com/why-we-misunderstand-traumatized-childrens-behavioral-challenges-and-how-we-can-do-better/

 

Siehe dazu auch:

Zum Nachdenken – Schockerlebnisse, Tantrums etc.

 

 

 

23.05.2019

 

#Lesetipp – Mad in America …

„I received my first chemical lobotomy from Haldol. … Then there was Risperdal, which wrapped my personality in a straight jacket … And Melleril* gifted me dry mouth, …”

#MeToo …

[* Bei mir war es im Anschluss an Haldol (zur Weiterbehandlung, v. a. zum Einschlafenkönnen) Neurocil; später dann Risperdal (und kurzzeitig Zeldox).]

 

Vielleicht wäre es gut, mittels ‚virtueller Welten‘ Psychiater - neben manch anderem - mit der Lebenswirklichkeit von Menschen, die nicht auf der ‚Sonnenseite des Lebens‘ geboren wurden / auf der ‚Sonnenseite des Lebens‘ stehen, und vor allem auch mit der Lebenswirklichkeit von Frauen besser vertraut zu machen - zum Beispiel damit, was es heißt, unter Schmerzen Kinder zur Welt zu bringen, für sie verantwortlich zu sein, Tag für Tag für Tag, und insbesondere auch zu vermitteln, was es heißt, körperlich immer die ‚Schwächeren‘ zu sein, zu wissen, dass man sich gegen ‚männliche (körperliche) Übermacht‘ nie wird wehren können.

Denn wer diese Angst nicht kennt, kann ‚weibliche Angst‘ auch niemals so ganz nachvollziehen.

 

The Bipolar Artist: A Lifelong Sentence to Bear

https://www.madinamerica.com/2019/05/bipolar-artist-lifelong-sentence/

 

Siehe dazu auch den Eintrag 02.05.2019 und:

Fragen, Fragen, Fragen – Autismus/Schizophrenie/Borderlinestörungen

Blogbuch – Psychiatrie, Risperdal, Hans Asperger, Testosteron /Zolpidem [GABA] etc.

 

 

 

24.05.2019

 

Heute ist “World-Schizophrenia-Awareness-Day”.

[Danke OliverSacks Fdn. für diese Info.]

 

Eine Schizophrenie-Diagnose kommt einem ‚gesellschaftlichen Todesurteil‘ gleich;

man wird quasi ‚lebendig aussortiert‘. – Siehe auch den Eintrag 23.05.2019 -

 

Und deshalb auch hier noch einmal der Beitrag:

APA: Drop the Stigmatizing Term “Schizophrenia”

https://www.madinamerica.com/2017/12/apa-drop-stigmatizing-term-schizophrenia/

 

Und zur Erinnerung, zum Nachdenken:

Oliver Sacks‘ Bruder Michael hatte auch eine Schizophrenie-Diagnose und war Insulinschocktherapie-Überlebender. Und Raucher. Und Brillenträger, wie auf einem Photo in Oliver Sacks‘ Buch „On the Move“ zu sehen ist.

 

Siehe dazu auch:

Blogbuchgedanken – CVI, Insulinschocktherapie, Risperdal (Rauchen), Schizophrenie etc.

Blogbuchinterviews – 18.12.2018, 31.03.2019 (Exkurs: Rauchen)

 

 

 

26.05.2019 – 1.

 

#Lesetipp – Mad in America …

Besser kann man nicht ausdrücken, was nötig ist, nämlich: Aus traumatisierten Menschen keine seelisch kranken Patienten zu machen – eine Gefahr, die nicht bestehen würde, wenn Wissen zu Traumatisierungen vorhanden wäre und entsprechend gehandelt werden würde.

(Und bitte beachten: Auch Unfälle, schmerzhafte medizinische Eingriffe und Operationen können schwerst traumatisieren.)

 

Adverse Childhood Experiences: When Will the Lessons of the ACE Study Inform Societal Care?

https://www.madinamerica.com/2019/05/adverse-childhood-experiences-will-lessons-inform-societal-care/

 

26.05.2019 – 2.

 

#Lesetipp – Mad in America …  

Ich habe mich auch schon oft gefragt, ob gerade die Psychiatrie nicht eigentlich doch ganz genau weiß, was sie tut, was sie ‚anrichtet‘ …?

“It would be one thing if psychiatry was accidentally harming people without realizing it and would stop the moment its eyes were opened. But …”

 

Blaming the System May Be the Best Therapy

https://www.madinamerica.com/2019/05/blaming-system-best-therapy/

 

 

 

27.05.2019

 

#Lesetipp – Spectrumnews.org …

Autismus und Serotonin:

Wenn die (essentielle) Aminosäure Tryptophan, aus der Serotonin gebildet wird, nicht ausreichend zugeführt wird, verschlimmern sich repetitives Verhalten und Gereiztheit bei autistischen Erwachsenen. Ebenso zeigen sich veränderte Muster der Gehirnaktivität in Regionen, die für die Gesichtserkennung zuständig sind, was darauf hindeuten kann, dass Serotonin das soziale Verhalten beeinflusst:

Zu Tryptophan: Siehe auch den Eintrag 06.05.2019

 

“When autistic adults adopt a diet low in the amino acid tryptophan — the raw material for serotonin — their repetitive behaviors worsen and their irritability increases. They also show altered patterns of brain activity in regions involved in face processing, suggesting that serotonin influences social behavior.”

 

Serotonin’s link to autism, explained

https://www.spectrumnews.org/news/serotonins-link-autism-explained/

 

 

 

28.05.2019

 

#Lesetipp – Spectrumnews.org …

Mehr als 3 von 100 autistischen Menschen erleben Psychosen, dabei wurde bisher immer davon ausgegangen, dass Menschen mit Autismus keine Psychosen entwickeln:  

 

“… research increasingly suggests that psychosis occurs in more than 3 in every 100 autistic people, more than three times the frequency in the general population. … Our results might surprise those who think people with autism do not develop psychosis.”

 

Signs of psychosis in people with autism warrant serious concern

https://www.spectrumnews.org/opinion/viewpoint/signs-psychosis-people-autism-warrant-serious-concern/

 

Siehe dazu auch:

Diskussionsseite – Begriffsentstehung (Autismus/Schizophrenie)

 

 

 

30.05.2019

 

Zum Nachhören …

VielFalter – 30.0519 – 17:13:55

Interview mit Stefan Weinmann, Psychiater in Berlin.

„Sein neues Buch ‚Die Vermessung der Psychiatrie – Täuschung und Selbsttäuschung eines Fachgebiets‘ ist Anfang diesen Jahres im Psychiatrie-Verlag erschienen.“

https://vielfalter.podspot.de/

 

 

 

31.05.2019 1.

 

#Buchtipps:

 

1. Thunberg/Ernman

„Szenen aus dem Herzen“

 

Ein Buch über den Klimawandel – „… allen wird es bessergehen, wenn wir in einer Gesellschaft leben, in der Nachhaltigkeit oberstes Gebot ist …“, über die Verantwortung von Politik und Medien, von uns allen, über Bildung, Mutismus und Autismus, ADHS und mehr, vor allem auch ein Buch zum Thema ‚Anderssein‘.

 

2. Lorenz Wagner

“Der Junge, der zu viel fühlte“

 

Auch ein Buch über ‚Anderssein‘. Und einen auch langen, mühsamen Weg.

Drei ganz, ganz wichtige Aussage in diesem Buch lauten:

  • „Wir [Nicht-Autisten] behaupten, Autisten fehlt Empathie. Nein, uns fehlt sie. Für sie.“
  • „Die Empfindsamkeit von Autisten war bekannt. Allerdings war sie nur ein Randthema, eine rührende Nebensächlichkeit, wie diese Hochbegabung, die der Film ‚Rain Man‘ so bekannt gemacht hatte. Es war aber keine Nebensächlichkeit, es war der Schlüssel.“
  • „Verzeihen vielleicht; aber vergessen wird Kai nicht.“

 

 

31.05.2019 – 2.

 

1. Nicht vergessen können, das kenne ich auch nur zu gut, vor allem, wenn es Traumatisierungen, seelische Verletzungen, Demütigungen etc. betrifft. Und dieses nicht-vergessen-können ist etwas, was Nicht-Autisten* vermutlich (auch) nicht nachvollziehen können, und interpretieren als ein „in der Vergangenheit steckenbleiben“, oder als Starrsinn bis hin zur Rachsucht oder dergleichen.

 

Und genau das alles ist es eben nicht.

Und solcherart wahrgenommen zu werden, macht am Ende alles nur schlimmer.

 

2. Die Einschätzung „Autisten haben keine Empathie“ bzw. können sich oft nur schwer in andere Menschen hineinversetzen, liegt ja – denke ich - vor allem daran, dass Autisten nicht so reagieren, vor allem mit Worten nicht so reagieren/reagieren können, wie es allgemein ‚gesellschaftlich‘ erwartet wird.

 

Was mich betrifft, so war ich bisher eigentlich immer der Meinung, dass sich doch durch meine Mimik allein schon mein Mitgefühl in ausreichendem Maße zeigt, jeweils deutlich werden sollte. Mittlerweile denke ich aber, dass meine Mimik wohl nach außen nicht das ausdrückt, was ich selbst innerlich fühle und wie ich denke, dass ich verstanden werden müsste.

 

Aber eigentlich müsste all dies doch nicht zu einem Problem werden, wenn nämlich Menschen nur einfach mehr miteinander reden würden, und zwar offen und ehrlich, unvoreingenommen.

Und in gegenseitiger Wertschätzung.

Und wenn auch die, die nicht selbst für sich sprechen und für sich eintreten können, einfach auch ‚dazugehören‘ und Wertschätzung erfahren dürfen.

 

Deshalb auch hier noch einmal der #Lesetipp:

The double empathy problem

https://network.autism.org.uk/knowledge/insight-opinion/double-empathy-problem

 

Siehe dazu auch den Eintrag 17.05.2019 und:

Diskussionsseite – Zuschreibungen

Zum Nachdenken – Mimik, Tantrums, Theory of Mind

Was uns hilft, was uns nicht hilft

Blogbuchgedanken – Ironie/Mimik

 

 

 

Danke fürs ‚Zuhören‘.

 

[Aktualisiert am 13.06.2019]

 

 

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