Aktuelles –

Antidepressiva

 

Aus den Fundstücken-12-2025, zum Eintrag 13.12.2025:

Antidepressiva-Wirkstoffe, Schwangerschaft und Stillzeit

Rote Liste 2021

[Einteilung der Antidepressiva und Erläuterungen zu Gr und La: S. u.]

 

[[ Ich hoffe sehr, dass dieser Eintrag nachdenklich macht und dazu beitragen kann, die Antidepressiva-Debatte voranzubringen, insbesondere im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Stillzeit, und auch generell … ]]

 

NaSSA

Noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva

.

Wirkstoff

Anmerkungen zu Schwangerschaft und Stillzeit

Mirtazapin

Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung.

Begrenzte Daten über die Anwendung von Mirtazapin bei Schwangeren lassen nicht auf ein erhöhtes Risiko für kongenitale Fehlbildungen schließen. Tierexperimentelle Studien haben keine teratogenen Effekte von klinischer Relevanz gezeigt, jedoch wurde eine Entwicklungstoxizität beobachtet. Wenn Mirtazapin bis zur Geburt oder bis kurz vor der Geburt angewendet wird, wird eine postnatale Überwachung des Neugeborenen empfohlen, um mögliche Absetzphänomene berücksichtigen zu können.

Stillzeit: Strenge Indikationsstellung. Tierexperimentelle Studien und begrenzte Daten vom Menschen haben gezeigt, dass Mirtazapin nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch übergeht. Eine Therapieentscheidung sollte unter Beachtung des Nutzens des Stillens für das Kind und des Nutzens der Therapie mit Mirtazapin für die Mutter getroffen werden.

 

SSRI

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

 

Wirkstoff

Anmerkungen zu Schwangerschaft und Stillzeit

Citalopram

Schwangerschaft: Kontraindiziert (Ausnahme: Zwingende Indikation Gr 6; s.u.) Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von SSRI in der Schwangerschaft (insbesondere im späten Stadium) das Risiko für das Auftreten einer primären pulmonalen Hypertonie bei Neugeborenen (PPHN) erhöhen kann. Tierexperimentelle Studien zeigten eine mögliche Beeinflussung der Spermienqualität. Fallberichte im Zusammenhang mit einigen SSRIs zeigten Reversibilität des Wirkstoffs auf humane Spermienqualität.

Stillzeit: Strenge Indikationssstellung La 2

Escitalopram

Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung. Es liegen nur begrenzte klinische Daten vor. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizität gezeigt. Neugeborene überwachen, deren Mütter Cipralex bis in späte Stadien der Schwangerschaft, insbesondere im 3. Trimenon angewendet haben. Plötzliches Absetzen während der Schwangerschaft vermeiden.

-

Folgende Symptome können beim Neugeborenen auftreten, wenn die Mutter in späten Abschnitten der Schwangerschaft mit SSRIs/SNRIs behandelt wurde: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, Instabilität der Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Füttern, Erbrechen, Hypoglykämie, Hypertonie, Hypotonie, Hyperreflexie, Tremor, Überspanntheit, Reizbarkeit, Lethargie, anhaltendes Weinen, Somnolenz und Schlafstörungen. Die Symptome können sowohl auf serotonerge Wirkungen als auch auf Entzugssymptome zurückzuführen sein. In den meisten Fällen setzen die Komplikationen unmittelbar oder bald (<24 Stunden) nach der Geburt ein.

-

Die Anwendung von SSRIs in der Schwangerschaft, insbesondere im späten Stadium, kann das Risiko für eine persistierende pulmonale Hypertonie bei Neugeborenen (PPHN) erhöhen.

-

Fertilität: Eine reversible Beeinträchtigung der Spermienqualität wurde bei einigen SSRIs berichtet, ein Einfluss auf die Fertilität beim Menschen wurde bislang nicht beobachtet.

Stillzeit: Kontraindiziert.

Paroxetin

Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung. (Erhöhtes Risiko für das Auftreten einer primären pulmonalen Hypertonie bei Neugeborenen (PPHN, persistierende primäre Hypertonie genannt), insbesondere bei Einnahme im späten Stadium einer Schwangerschaft) Gr 7

Stillzeit: La 2

Sertralin

Schwangerschaft: Bei einigen Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft Sertralin eingenommen hatten, wurden ähnliche Symptome wie nach Absetzen von Sertralin beobachtet. Die Einnahme wird nicht empfohlen, es sein denn, der klinische Zustand der Patientin lässt einen Nutzen der Behandlung erwarten, der das potentielle Risiko übertrifft. Neugeborene, deren Mütter Sertralin bis in späte Stadien der Schwangerschaft, insbesondere bis ins 3. Trimenon, angewendet haben, sollten beobachtet werden.

Folgende Symptome können auftreten:

Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, Instabilität der Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Füttern, Erbrechen, Hypoglykämie, erhöhter/erniedrigter Muskeltonus, Hyperreflexie, Tremor, Muskelzittern, Reizbarkeit, Lethargie, anhaltendes Weinen, Somnolenz und Schlafstörungen. In den meisten Fällen setzen die Komplikationen unmittelbar oder bald (<24 Stunden) nach der Geburt ein. Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von SSRI in der Schwangerschaft, insbesondere im späten Stadium, das Risiko für das Auftreten einer primären pulmonalen Hypertonie bei Neugeborenen erhöhen kann.

-

Stillzeit: Es werden kleine Mengen an Sertralin und dessen Metabolit N-Desmethyl-Sertralin in die Muttermilch ausgeschieden. Bisher wurden keine gesundheits-schädlichen Nebenwirkungen bei Säuglingen berichtet, deren Mütter Sertralin während der Stillzeit anwenden; ein Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Einnahme wird nicht empfohlen, es sein denn, der behandelnde Arzt beurteilt den Nutzen der Behandlung höher als das Risiko.

 

Zu PPHN bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pulmonale_Hypertonie

Persistierende pulmonalarterielle Hypertonie des Neugeborenen (PPHN)

https://en.wikipedia.org/wiki/Pulmonary_hypertension

“Persistent pulmonary hypertension of the newborn occurs when the circulatory system of a newborn baby fails to adapt to life outside the womb; it is characterized by high resistance to blood flow through the lungs, right-to-left cardiac shunting, and severe hypoxemia. …

Use of selective serotonin reuptake inhibitors during pregnancy (particularly late pregnancy) is associated with an increased risk of the baby developing persistent pulmonary hypertension of the newborn.”

 

SSNRI

Selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

 

Wirkstoff

Anmerkungen zu Schwangerschaft und Stillzeit

Duloxetin

Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung Gr 6

Zwei große Beobachtungsstudien deuten nicht auf ein insgesamt erhöhtes Risiko für schwere angeborene Missbildungen hin …

[Möglicherweise

- erhöhtes Risiko einer Frühgeburt

- erhöhtes Risiko postpartaler Blutungen]

Stilllzeit: Anwendung nicht empfohlen. Duloxetin geht in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über.

Venlafaxin

Schwangerschaft: Gr 5

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktions-toxizität gezeigt. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Venlafaxin darf bei schwangeren Frauen nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.

Stillzeit: Venlafaxin und sein aktiver Metabolit O-Desmethyl-Venlafaxin gehen in die Muttermilch über. Es liegen Post-Marketing-Berichte vor von gestillten Kleinkindern, die Schreien, Reizbarkeit und unnormales Schlafverhalten zeigten. Symptome, wie sie beim Absetzen von Venlafaxin auftreten, wurden ebenfalls nach Abstillen berichtet. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte die Entscheidung, ob gestillt/abgestillt oder ob die Therapie fortgesetzt/abgesetzt werden soll, unter Berücksichtigung der Vorteile des Stillens für das Kind und des Nutzens der Therapie für die Mutter getroffen werden.

-

Hinweis bei Retardtabletten 

Schwangeschaft: Strenge Indikationsstellung. Gr 6, Gr 9 Erhöhtes Risiko einer persistierenden pulmonalen Hypertonie des Neugeborenen (PPHN), insbesondere bei Einnahme in der späten Schwangerschaft. Bei Anwendung vor der Geburt Entzugserscheinungen.

Stillzeit: Strenge Indikationsstellung. La 2

 

TCA

Trizyklische Antidepressiva

 

Wirkstoff

Anmerkungen zu Schwangerschaft und Stillzeit

Amitryptilin

Beispiel 1

Schwangerschaft: Studiendaten zur Anwendung bei Schwangeren liegen nur begrenzt vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt; während der Schwangerschaft nicht empfohlen, strenge Indikationsstellung; nach langfristiger Gabe und nach Anwendung in den letzten Wochen der Schwangerschaft können bei Neugeborenen Entzugssymptome auftreten.

Stillzeit: Amitryptilin und seine Metaboliten treten in die Muttermilch über. Risiko für den Säugling nicht aus-geschlossen.

-

Beispiel 2

Schwangerschaft: Amitryptilin wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Stillzeit: Kontraindiziert.

Clomipramin

Schwangerschaft/Stillzeit: T 60

Strenge Indikationsstellung.

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Doxepin

Schwangerschaft: D 75 - Strenge Indikationsstellung.

Doxepin passiert die Plazenta. Ausreichende Erfahrung über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Daten von während des 1. Trimenons gegenüber Doxepin-exponierten Neugeborenen deuten darauf hin, dass die Missbildungsrate möglicherweise erhöht ist. Der Tier-versuch erbrachte keine Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen, jedoch wurde eine Beeinträchtigung der Fertilität beobachtet. Nach Einnahme von Antidepressiva in höheren Dosen oder über einen längeren Zeitraum vor der Geburt kann es bei Neugeborenen zu Entzugserscheinungen kommen.

Stillzeit: Kontraindiziert. Doxepin und dessen Metabolite gehen in die Muttermilch über und können beim gestillten Säugling zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

-

Hinweise beim Wirkstoff 

Schwangerschaft/Stillzeit 

Fertilität: Beeinträchtigung in tierexperimentellen Studien beobachtet. Nur bei zwingender Notwendigkeit und nach strenger Nutzen-/Risikoabwägung anwenden.

 

Monoaminoxidasehemmer

 

Wirkstoff

Anmerkungen zu Schwangerschaft und Stillzeit

Moclobemid

Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung Gr 4

Stillzeit: Strenge Indikationsstellung La 2

Erläuterung zu

Monoamin-oxidasehemmern

(MAO-A, MAO-B)

Monoaminoxidasehemmer hemmen das Enzym Monoaminoxidase und dadurch den Abbau von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Moclobemid gehört zu den selektiven Monoaminoxodasehemmern und hemmt vor allem MAO-A. [Pschyrembel 2007]

„Monoaminoxidasen (MAO) sind mitochondriale Enzyme, die Monoamine durch Desaminierung mit Hilfe von H2O und O2 zu den entsprechenden Aldehyden, Ammoniak und Wasserstoffperoxid abbauen. Diese Reaktionen sind Teil der Biotransformation in Eukaryoten und dienen dem Abbau giftiger Substanzen. …

MAO-A und MAO-B finden sich im Gehirn in den Astrozyten und Neuronen, aber auch außerhalb des Gehirns. Beide MAO-Enzyme sind vorwiegend in der Außenmembran der Mitochondrien lokalisiert. …

Serotonin, Melatonin, Noradrenalin und Adrenalin werden vorwiegend durch die MAO-A abgebaut. …

Beide MAO-Typen bauen Dopamin, Tyramin und Tryptamin gleichermaßen ab. …

Beim Menschen ist die MAO-A außerhalb des Gehirns vorwiegend in den Nervenenden des sympathischen Nervensystems, in den Schleimhäuten des Darms und der Plazenta zu finden. …“   

Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Monoaminoxidasen

-

„MAOs are important in the breakdown of monoamines ingested in food, and also serve to inactivate monoamine neurotransmitters. … MAO-A appears at roughly 80% of adulthood levels at birth, increasing very slightly after the first 4 years of life, while MAO-B is almost non-detectable in the infant brain. … Autopsied brains demonstrated the predicted increased concentration of MAO-A in regions dense in serotonergic neurotransmission, however MAO-B only correlated with norepinephrine. …”

Siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/Monoamine_oxidase

 

Dazu bitte auch lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Monoaminoxidase-Hemmer

„MAO-Hemmer erhöhen das Risiko für hypertensive Krisen, Hypotonie und Maligne Hyperthermie. Unruhe, Tremor, Übelkeit und orthostatische Dysregulation sind häufige Nebenwirkungen.“ [Wechselwirkungen; Diätrichtlinien]

https://en.wikipedia.org/wiki/Monoamine_oxidase_inhibitor

„People taking MAOIs generally need to change their diets to limit or avoid foods and beverages containing tyramine. If large amounts of tyramine are consumed, they may develop a hypertensive crisis, which can be fatal. …”

 

Johanniskraut und weitere Wirkstoffe 

 

Wirkstoff

Anmerkungen zu Schwangeschaft und Stillzeit

Johanniskraut

Schwangerschaft: H 55 - Strenge Indikationsstellung. Ausreichende Erfahrung über die Anwendung beim Menschen während der Schwangerschaft liegen nicht vor.

Stillzeit: Strenge Indikationsstellung. Ausreichende Erfahrung über die Anwendung beim Menschen während der Stillzeit liegen nicht vor.

-

Drei Hersteller-Hinweise gibt es zu Johanniskraut 300 mg und 600 mg: Warnhinweis: Während der Anwendung Schwangerschaftsverhütung erforderlich.

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Zu Johanniskraut bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_Johanniskraut

„Als Hauptwirkstoff des Johanniskrauts gilt Hyperforin. Standardisierter Johanniskrautextrakt erhöht durch eine Wiederaufnahmehemmung der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin deren Konzentration an den Synapsen. Außerdem steigert es die Konzentration von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Dopamin und L-Glutamat an, was in dieser Form kein Antidepressivum vermag. In der Folge vermindert sich die Anzahl der (noradrenergen) β-Rezeptoren. Außerdem bewirkt der Extrakt eine Herunterregulation der 5-HT2-Rezeptoren.“

[Ref. 33; Ref. 38 -> PMID18843608]

-

https://en.wikipedia.org/wiki/Hypericum_perforatum

Common side effects of St John's wort products are headache, nausea, fatigue, dry mouth, sleepiness, and gastrointestinal upset. It should not be consumed during pregnancy and breastfeeding.”

Lavendelöl

Schwangerschaft: Sollte nicht während der Schwanger-schaft angewendet werden.

Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Bestandteile aus Lavendelöl oder deren Metabolite in die Muttermilch übergehen. Stillende sollten Lasea daher nicht einnehmen.

Agomelatin

Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung Gr 4

Stilllzeit: La 1, Anwendung nicht empfohlen, es sollte abgestillt werden.

Bupropion

Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung. Einige epidemiologische Studien zu Schwangerschafts-Ausgängen nach mütterlicher Exposition mit Bupropion im 1. Trimenon berichteten einen Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für bestimmte kongenitale kardiovaskuläre Fehlbildungen, speziell Ventrikel-septumdefekte und Defekte des linken Ausflusstrakts. Diese Ergebnisse sind nicht konsistent zwischen den Studien. Tierstudien deuten nicht auf die direkte oder indirekte schädliche Wirkung in Bezug auf Repro-duktionstoxizität hin.

Stillzeit: Strenge Indikationsstellung. Bupropion und seine Metaboliten gehen in die Muttermilch über.

Fluoxetin

Lt. Rote Liste 1997

Schwangerschaft: Kontraindiziert Gr 4

Stillzeit: Kontraindiziert La 2

Milnacipran  

Schwangerschaft: Gr 4. Es wird ein Verzicht auf Milnacipran während der Schwangerschaft empfohlen.

Stillzeit: Kontraindiziert, da geringe Mengen von Milnacipran in die Muttermilch übergehen.

Tianeptin-Natrium

Schwangerschaft: Kontraindiziert Gr 5

Stillzeit: La 1 (nicht stillen)

Trimipramin

Schwangerschaft: T 57- Kontraindiziert. Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Begrenzte Untersuchungen an Tieren haben Embryoletalität und Missbildungen gezeigt.

Stillzeit: Kontraindiziert. Es ist nicht bekannt, ob wirksame Mengen in die Muttermilch ausgeschieden werden.

 

Zu Ventrikelseptumdefekt (und Ausflusstrakt) bitte lesen bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ventrikelseptumdefekt

https://en.wikipedia.org/wiki/Ventricular_septal_defect

A ventricular septal defect arises when the superior part of the interventricular septum, which separates the right and left ventricles of the heart, fails to fully develop. The right ventricle pumps blood to the lungs to get oxygen, while the left ventricle pumps blood to the rest of the body to provide oxygen to tissues. A ventricular septal defect results in the mixing of oxygen-rich blood with oxygen-poor blood, increasing strain on the heart and lungs.”

Und:

https://de.wikipedia.org/wiki/Herzfehler

https://en.wikipedia.org/wiki/Congenital_heart_defect

Und zum Nachdenken:

https://de.wikipedia.org/wiki/Serotoninsyndrom

https://en.wikipedia.org/wiki/Serotonin_syndrome

 

Erläuterungen zu Gr und La:

Gr 4: Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Der Tierversuch erbrachte keine Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen.

Gr 5: Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor.

[Die Einteilung reicht bis Gr 11: Es besteht das Risiko mutagener/karzinogener Wirkung.]

La 1: Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Milch übergeht.

La 2: Substanz geht in die Milch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden.

[Die Einteilung reicht bis La 5: Substanz führt zur Verminderung der Milchproduktion.]

 

Was auffällt im Vergleich Rote Liste 1997 und 2021:

·       Fluoxetin (s.o.; Handelsnamen: Fluctin, Prozac) ist in der Roten Liste 2021 nicht mehr aufgeführt.

·       Im Signaturverzeichnis - Zusammenstellung von Gegenanzeigen, Anwendungsbeschränkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Intoxikationen, Warnhinweisen und Hinweisen - der Eintrag bei T 60.

 

T 60 Tri- und tetrazyklische Antidepressiva*  

Rote Liste 1997

Rote Liste 2021

Schwangerschaft:

Strenge Indikationsstellung.

Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor.

In Abhängigkeit von der Substanz sind im Tierversuch embryotoxische-teratogene Wirkungen gesehen worden.

Nebenwirkungen der Antidepressiva auf den Feten sind möglich, z. B. Tachyarrythmie.

Stillzeit:

Strenge Indikationsstellung.

In Abhängigkeit von der Dosis kann das Befinden des Säuglings beeinträchtigt werden.

Schwangerschaft:

Strenge Indikationsstellung.

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

 

 

* Einteilung der Antidepressiva und ihre jeweiligen Wirkstoffe

[Quelle: Pschyrembel 2007; im Pschyrembel 2023 ist diese Einteilung allerdings nicht mehr enthalten]

 

NSMRI

Nicht-selektive Monoaminwiederaufnahme-Hemmer

Tricyclisch:

Amitriptylin, Clomipramin, Desipramin, Doxepin, Dosulepin, Imipramin, Nortriptylin, Trimipramin

Nichttricyclische Antidepressiva

Trazodon

Tetracyclische Antidepressiva

Maprotilin, Mianserin, Mirtazapin

SSRI

Selektive Serotoninwiederaufnahme-Hemmer

Escitalopram, Citalopram, Fluvoxamin, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin

SNRI

Selektive Noradrenalinwiederaufnahme-Hemmer

Reboxetin

 

SSNRI

Selektive Serotonin- und Noradrenalinwiederaufnahme-Hemmer

Duloxetin, Mirtazapin, Venlafaxin

 

Monoaminoxidasehemmer

z. B. Tranylcypromin, Moclobemid

Pflanzliche Antidepressiva

Hypericum-Extrakt (Johanniskraut)

 

 

Probleme beim Absetzen von Antidepressiva

Infos bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/SSRI-Absetzsyndrom

„…Symptomkomplex, der beim Absetzen von selektiven Serotonin- und/oder Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI, SNRI), auch anderen Antidepressiva auftreten kann. Symptome beim Absetzen von Antidepressiva sind das Ergebnis der Versuche des menschlichen Gehirns, erneut ein neurochemisches Gleichgewicht zu erzeugen. …“

-

https://en.wikipedia.org/wiki/Antidepressant_discontinuation_syndrome

“…There is still little research on this syndrome; most of the research is conflicting or consists only of clinical trials. … One hypothesis is that after the antidepressant is discontinued, there is a temporary (but in some cases long-lasting) deficiency in the brain of one or more essential neurotransmitters that regulate mood, such as serotonin, dopamine, norepinephrine, and GABA (gamma-aminobutyric acid), and since neurotransmitters are an interrelated system, dysregulation of one affects the others. There may be a link between lower 5-hydroxytryptamine (5-HT, i.e. serotonin) receptor availability and symptoms of antidepressant discontinuation syndrome. … A lack of understanding over how antidepressants work also complicates the picture. …”

 

* * *

 

[[ … und ich hoffe sehr, dass ich mit der Auflistung der Einträge aus der Roten Liste keine ‚Copyright‘-Rechte verletze, weil das Thema Antidepressiva und ihr Für und Wider der MIA-Community und damit auch mir sehr am Herzen liegt. ]]

 

Rote Liste – Infos bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Liste_(Arzneimittel)

 

Und siehe dazu auch:

Aktuelles – Estrogen/Cholesterin/Cholesterol

Blogbuchgedanken – Frühgeborene (-> Aufgaben der Plazenta)

Fundstücke-12-2025 (-> Einträge zu Antidepressiva)

Etc.

 

02.01.2026  

 

 

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